Die Sage vom Kutzenstein

Als vor langer Zeit die Waldulmer ihre Kirche bauten, welche eine der ersten des Gaues war, ergrimmte der Teufel, der sich in seinem Besitztum gestört sah, dermaßen über dieses Werk, dass er aus allen seinen Kräften es wieder zu vernichten strebte. Aber alle seine Listen schlugen fehl. In seiner blinden Wut ergriff er zuletzt mit seinen Riesenfingern einen ungeheuren Felsblock und trug ihn aus weiter Ferne herbei, um den verhassten Bau mit einem Schlage zu zerstören.

Als er über dem Bergrücken angekommen war und schon zum Wurf ausholte, zwang ihn eine höhere Macht, welche über dem Gotteshaus wachte, den Stein fallen zu lassen. Von da an gab der Teufel seine furchtlosen Zerstörungsversuche auf. Die Löcher in dem Findling aber rühren von den Krallen des Teufels her, weshalb diese Vertiefungen "Teufelsfinger" genannt werden.

 

Ein "Teufelswein" vom "Kutzenstein"

Es ist die Sage wohlbekannt: Waldulm wollt eine Kirch erbauen. Der Teufel hat Gefahr erkannt, dem wollt´ er nicht zuschauen. Er tracht´ wie´s zu verhindern wär, er war nicht mehr zu schlichten. Mit einem Stein, gar groß und schwer will er das Werk vernichten. Auf bricht das ganze Höllenheer - Kampf zwischen Gut und Böse - ein Sturm von allen Seiten her, in Schwefeldampfgetöse. Die Erd wird heiß - rundum wie Glut, der Höllenfürst schnaupt wutentbrandt. Und dann wirft er in großer Wut, doch der Stein schmilzt aus der Hand.

Seitdem ist er als "Kutzenstein" zur Aussicht der Begehrte und rundum höllisch guter Wein erwächst der heißen Erde. B´hüt Gott Waldulm auch fürderhin vor teuflischen Gefahren, und laß uns den Waldulmer Wein - den Teufelswein vom Kutzenstein - ob seiner Güt´bewahren.


Josef Wilhelm " 's isch alles menschlig menschenskinder" 2. Auflage